
| Der Mensch besitzt in sich selbst all das, was er für seine Entwicklung braucht; aber er weiß es nicht und bedient sich dessen nicht, er sucht immer woanders: in der Außenwelt. Doch im Äußeren kann er nur Mittel finden, mit denen er an der Materie arbeiten, aber nicht auf sein psychisches Leben einwirken kann, um Frieden, Harmonie und Licht zu finden. Für seinen physischen Körper können allenfalls die äußeren Mittel wirksam sein, aber für all das, was sein psychisches Leben betrifft, wird er die Mittel nur in sich selbst finden, in seiner Seele, in seinem Geist, ganz im Gegensatz zu dem, was uns die materialistische Gesellschaft glauben machen will. Der Schüler der Einweihungslehre weiß, dass Gott den Menschen mit Organen für das spirituelle Leben geschaffen hat, die auf einer anderen Ebene seinen physischen Organen entsprechen. Meistens sind diese Organe so wenig benutzt worden, dass sie wie Maschinen sind, die man lange Zeit nicht in Betrieb gesetzt hat, und die jetzt blockiert, verrostet und von Staub und Spinnweben bedeckt sind. Seine ganze Arbeit besteht jetzt darin, sie wieder in Gang zu bringen, und genau dazu dienen Meditation, Gebet und alle geistigen Übungen. |

Wenn ihr meditieren wollt, dann versucht nicht, euch plötzlich zu konzentrieren, denn sonst blockiert ihr euer Gehirn. Die Gedanken lieben es, umherzuschweifen und herumzustreunen. Darum müsst ihr damit beginnen, ihnen einen Moment lang diese Freiheit zu lassen. Ganz langsam muss man diesen Apparat, aus dem das Gehirn besteht, in Bewegung bringen. Genau wie ein Auto, dessen Motor man warmlaufen lässt, bevor man losfährt. Bringt euch zuerst in einen friedlichen, harmonischen Zustand und lenkt dann eure Gedanken ganz langsam in die gewünschte Richtung. Nach einiger Zeit werden sie euch gehorchen und zur Verfügung stehen. Wenn ihr sie dagegen plötzlich beherrschen und meistern wollt, werden sie sich wehren, sich aufbäumen und euch sogar zu Boden werfen. Man muss mit seinen Gedanken sehr geschickt und diplomatisch umgehen, was sehr schwer ist. Wenn es euch aber gelingt, sie zu verringern, erreicht ihr die Konzentration, und ihr könnt eine so gewaltige Arbeit mit ihnen vollbringen, dass diese Arbeit nicht mehr aufhört. Eure Gedanken strömen dann den ganzen Tag, ohne euer Dazutun, in die gewünschte Richtung.* 30.06.2023

| Weil ihr gehört habt, dass die Meditation eine Übung ist, die all jene ausführen müssen, die sich dazu entschlossen haben, ein spirituelles Leben anzunehmen, bemüht ihr euch sehr zu meditieren. Am Anfang habt ihr damit Mühe, das ist normal; denn Meditieren ist schwierig und verlangt große Anstrengungen. Ihr werdet erst an dem Tag wissen, wie man wirklich meditiert, an dem diese Aktivität in eurem Verstand, eurem Herzen und eurem Willen als Freude Einzug gehalten hat, als Glückszustand, ohne den das Leben keinen Geschmack und keinen Sinn mehr hat. Ungeduldig müsst ihr diesen Augenblick erwarten, an dem ihr endlich in die Unermesslichkeit eintauchen und das Elixier des ewigen Lebens trinken könnt. Beginnt ihr, diese Ungeduld und diese Freude zu spüren? Nehmt ihr, wenn ihr meditiert, eine Stimme in euch wahr, die flüstert: »Endlich wird meine Seele das Universum umarmen, und mein Geist wird wenigstens für einige Augenblicke in der Ewigkeit verweilen«? |
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